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Nach zwei Jahren Abwesenheit von den österreichischen Staatsmeisterschaften hat sich nun der Staatsmeister von 2007, Goran Huber aus Innsbruck eindrucksvoll zurückgemeldet und am Samstag im Citypark in Graz zum dritten Mal den Titel “Barista-Staatsmeister 2010” erobert. Er wird Österreich bei den Weltmeisterschaften in London im Juni 2010 in diesem Bewerb vertreten.

Die sechs Finalisten standen am späten Freitagnachmittag fest:

  1. Anja Wirth
  2. Georg Branny
  3. Goran Huber
  4. Johannes Diep
  5. Joey Grubelnig
  6. Dominik Schilcher

wobei mit Georg Branny und Goran Huber zum ersten Mal gleich zwei Staatsmeister antraten.

Nicht nur die Fingerfertigkeit bei der Zubereitung und die Phantasie bei der Zusammenstellung der Eigenkreation sind wichtig – einen Großteil macht auch die Inszenierung aus. So informierten die Finalisten unter anderem zB über die Kaffeeblends, die sie wie Johannes Diep vom Tribeka in Graz zum Teil selbst geröstet hatten, als auch über die intensive Auseinandersetzung mit Säuren, Bitterstoffen und deren „Neutralisierung“ wie Dominik Schilcher aus Salzburg.

Auffällig beim heurigen Bewerb ist die hohe Anzahl an jungen Baristi – wobei hier nicht nur das persönliche Alter gemeint ist, sondern vor allem die Tatsache, dass von den sechs Finalisten drei erst seit rund zwei Jahren als Barista tätig sind.

Durchsetzen konnte sich schließlich mit einem Punktevorsprung von 78 Punkten Goran Huber, Inhaber des Kaffee-Instituts in Innsbruck / Neu Rum. Er überzeugt die Jury nicht nur mit fachlicher Fingerfertigkeit sondern vor allem mit seiner Eigenkreation „Caryophylli Coffea“, einer Mischung aus Honig-Nelken, Sahne-Nougat, Orangenschalen und Balsamico, die es mit Espresso zweistufig zu trinken galt.

Den zweiten Platz sicherte sich Georg Branny, Inhaber des Coffee-Showrooms in Wien, der mit Virtousität souverän durch seine Präsentation führte und als Eigenkreation einen Drink aus Muscovado- und Golden Castor Sugar, Black Tea Infusion aus Steinthal Darjeeling angesetzt mit Nelken und Pfeffer, Obers und einem Hauch von geriebener Tonka-Bohne auf Espresso servierte.

Überraschender Dritter mit nur einem Punkt Vorsprung wurde Johannes Diep, der seit sechs Jahren als Barista im Tribeka in Graz arbeitet und von seinem Fanclub intensiv mit Applaus unterstützt wurde. Seine Eigenkreation ist eine Homage an den Frühling, setzt sie sich doch aus einer Mischung aus gekühlten Espressi gemixt mit Eis, braunem Zucker, Limettenmilch und –zesten und gekrönt von einem Ring aus Limetten-Sahne, verfeinert mit Limettenzesten und selbst gerösteten Kokosflocken.

Ungewöhnlich die Hilfsmittel und die Zutaten der Eigenkreation von Dominik Schilcher aus Salzburg – stand doch auf seinem Arbeitsplatz ein großer Steinmörser. Er verwendet für seine Kreation einen sehr intensiven Espresso mit viel Säure, die es ein wenig zu neutralisieren und das Nußaroma seines Blends zu unterschreichen galt. Das Ergebnis war ein Drink aus einer Schicht Agavendicksaft, eisgekühltem Espresso, gekrönt von Vanilleschaum und beträufelt mit Kürbiskernöl, um das Nußaroma noch zu verstärkten. Als Tüpfelchen auf dem „i“ kam noch ein Hauch frisch gemörsertes Steinsalz als Abschluss.

Joey Grubelnig, das zweite steirische Urgestein aus dem Barista’s in Graz und ebenfalls einer der „jungen“ Baristi sicherte sich den fünften Platz mit einer Kombination, die das Naschkartzen-Herz höher schlagen lässt: eine Rahm-Sahne-Trüffel kommt durch eine mit Vanilleschoten und Mark angesetzte, heiß aufgeschäumte Milch ins schmelzen und wird durch die Zugabe des Espressi endgültig verflüssigt. Joey ist auch ein Schüler des neuen Baristachampion - Goran Huber!

Anja Wirth, vom TestaRossa-Cafe im Dez in Innsbruck, ebenfalls eine der jungen Baristi und eine Schülerin Goran Hubers verlegte sich auf’s Fruchtige. Sie verfeinerte Himbeersirup mit flüssiger weißer Schokolade, die sie mit Vanillemark verfeinerte über die frisch gebrühter Espresso und zum Abschluss ein Milchhäubchen kam.

 

Die Wertung nochmals:

 

1. Goran Huber, Innsbruck        756,5 Punkte
2. Georg Branny, Wien              678,0 Punkte
3. Johannes Diep, Graz             603,5 Punkte
4. Dominik Schilcher, Salzburg   602,50 Punkte
5. Joey Grubelnik, Graz              510,0 Punkte
6. Anja Wirth, Innsbruck
485,5 Punkte

 

Die Spannung lag deutlich spürbar in der Luft und so war das Publikum auch zahlreich erschienen und zollte jedem der Kandidaten für seine außergewöhnliche Leistung heftigen Applaus.

Wir gratulieren herzlich!